Feine Sahne Fischfilet – Sturm & Dreck [VÖ: 12.01.2018]

Am 12. Januar erscheint mit „Sturm & Dreck“ das von ihren Fans sehnlichst erwartete, fünfte Album von Feine Sahne Fischfilet, das weit über die Punkszene hinaus für Diskussionen sorgen wird. „Wir leben gerade einen Traum, den ich nie hatte“, sagt Sänger Jan „Monchi“ Gorkow – und vermittelt damit in wenigen Worten eine Kernbotschaft von Feine Sahne Fischfilet: Diese Band ist in den vergangenen Jahren immer erfolgreicher und beliebter geworden, weil sie nie über Erfolg nachgedacht, sondern einfach immer nur das getan hat, was sich richtig und gut anfühlte. Und die Kids lieben sie dafür. Mittlerweile ist das von der Ostseeküste stammende Sextett nicht nur eine der haltungsstärksten und besten aufstrebenden Gruppen des Landes, sondern vielleicht auch eines der spannendsten Phänomene im deutschsprachigen Musikzirkus. Gleichzeitig gelten die sechs Musiker in den Augen des Staates als „Vorpommerns gefährlichste Band“. Geprägt vom politischen Wandel der letzten Jahrzehnte ist hier eine Formation entstanden, die etwas zu sagen hat und das sehr laut. Mit funkelnder Radikalität und dem Finger stets am Verbalabzug sind sie musikalische Berserker, kompromisslos und voller Aufruhr. Dabei gelingen ihnen rasante Hymnen voller Kraft: Lautstark, lebenshungrig und lustvoll singen sie von der Lücke im System, die ihre Heimat ist, Partys und Politik, Liebe und Verlust, über Freunde und Familie, Kampf, Spaß und Durchdrehen.

Ihre Geschichte beginnt 2007 als Rückzugsraum im Langeweilemief der ostdeutschen Provinz. Eine Schülerband auf dem Land: Rumpelpunk mit Halbstarkengestus. Um klare Zeichen zu setzen, beginnt sich die Band bald ausdrücklich zu positionieren, zu politisieren. In einer Region, in der antifaschistisches Engagement mehr als anderswo eine Frage der ganz persönlichen Sicherheit ist, steht die Band für kompromissloses, lebensfrohes Kontra ohne Rücksicht auf eigene Verluste, mit einem Hang zum exzessiven Lifestyle und großem Spaß an der Musik. Diese glasklare Haltung, die über die Inhalte der Songtexte weit hinausgeht, führt zunächst in heimischen Gefilden, mit den ersten Tonträgerveröffentlichungen aber auch schnell bundesweit zu rasant wachsendem Bekanntheitsgrad. Allerdings landet auch schon mal ein Axthieb in der Motorhaube oder der Club, in dem das Konzert stattfinden soll, riecht plötzlich merkwürdig nach Buttersäure. Der Aktivismus und das offene Bekenntnis der Band gegen Rechts bringen der Band über Jahre Vermerke im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein. Aber auch das nehmen Feine Sahne Fischfilet eher mit Humor.

Nachdem sich die ersten beiden Alben „Backstage mit Freunden“ (2009) und „Wut im Bauch, Trauer im Herzen“ (2010) gut verkauften, erweitert die unbekümmerte Clique um Gesangsmonument Monchi ihren Liveradius enorm, tourt sogar in Osteuropa und fährt respektable Kritiken der Szenemedien ein. Punkrock mit energetischen Bläsern und wütenden Texten lautet die Devise. 2012 erscheint – wie seitdem alle Veröffentlichungen der Band – auf dem Hamburger Label Audiolith „Scheitern & Verstehen“, das dritte Feine Sahne Fischfilet-Album. Mit der nachfolgenden LP-Ansage „Bleiben oder gehen“ schafft man dann 2015 erstmals den Sprung in die Charts und nutzt die gewonnene Popularität für viele Aktionen außerhalb gewohnter Szenestrukturen: Im Rahmen der Inszenierung des Stückes „Feuerherz“ spielt man am Rostocker Volkstheater 16 ausverkaufte Vorstellungen, in denen Monchi auch sein vielbeachtetes Debüt als Schauspieler gab. Mit „Wasted In Jarmen“ etablierte man nebenher ein selbstveranstaltetes Festival in der ländlichen Heimatregion und erntete schließlich 2016 große Aufmerksamkeit mit „Noch nicht komplett im Arsch – Zusammenhalten gegen den Rechtsruck“, einer eigens zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufenen Initiative. Mit Veranstaltungen, Lesungen und Konzerten mobilisierten die Jungs für mehr Solidarität und Menschlichkeit, um gerade in der Provinz jenen Leuten Unterstützung zu geben, die dagegenhalten.

„Wir nutzen schamlos die Öffentlichkeit aus, die wir gerade bekommen, und versuchen, geile Aktionen zu reißen“, beschreibt der mit großer Klappe und noch größerem Herzen ausgestattete Feine SahneFrontmann diese Aktivitäten. „Wir sind als Band nie so jammermäßig drauf gewesen ‚Nazis hier, Nazis da, alles ganz schlimm‘. Wenn die Kacke am Dampfen ist, muss man halt selber Action machen. Natürlich hoffen wir, dass die Leute das auch geil finden, aber erst mal muss es ja uns selbst gefallen. Bislang geht das ganz gut auf.“

Der vorläufige Höhepunkt und gleichzeitig Standortbestimmung ist das neue Album „Sturm & Dreck“. „Mit unserer letzten Scheibe waren wir drei Jahre unterwegs“, sagt Monchi. „Wir haben tolle Sachen erlebt, aber gleichzeitig ist die Lust immer größer geworden, diese ganzen Erlebnisse auch in neue Lieder zu gießen und uns musikalisch einen Schritt weiterzuentwickeln.“

Schon immer waren Jan „Monchi“ Gorkow (Gesang), Christoph Sell (Gitarre, Gesang), Kai Irrgang (Bass), Olaf Ney (Schlagzeug) sowie die Trompeter Jacobus North und Max Bobzin eine der besten LiveBands des Landes. Ihre Konzerte sind mitreißend, eine Grenzerfahrung, kollektive Euphorie. Was bislang fehlte, war das eine Album, welches die Energie der Band rundum überzeugend ins Studio überträgt. „Sturm & Dreck“ ist dieses Album, ist Musik für hier und jetzt, frisch, modern, mitreißend.

Mit dazu beigetragen hat Tobi Kuhn, der zu den versiertesten Produzenten seiner Generation gehört und sein Können schon mit so unterschiedlichen Künstlern wie Thees Uhlmann oder den Toten Hosen unter Beweist gestellt hat. Mit seiner Unterstützung haben Feine ahne Fischfilet einen höchst zeitgemäßen Brocken an lauter, leidenschaftlicher, gleichzeitig roher und manchmal poetischer Rockmusik abgeliefert. Neben der musikalischen Entwicklung fällt auf „Sturm & Dreck“ noch etwas anderes auf: Häufig ist das Private auch politisch und das Politische privat. Natürlich ist Monchi kein Caruso, aber die emotionale Tiefe, mit der er inzwischen Gefühle wie Wut, Liebe und Zweifel ausdrückt, macht ihn sogar zu einem ganz famosen Sänger. Vieles bleibt der Imagination überlassen, Feine Sahne Fischfilet gelingen mitreißende Momente wahrhaftiger Poesie. „Wir erleben viel und verarbeiten viel davon auf dem Album“, sagt Monchi. „Die persönlichen und politischen Themen kann man kaum trennen, sie kommen aus uns selbst und aus unserem Umfeld.“

Von Genreschubladen und dem entsprechenden subkulturellen Verhaltenskodex hält Monchi ohnehin nicht viel: „Ich war nie Punk im engeren Sinne. Ich fühle mich nicht einer bestimmten Gruppe zugehörig. Wir haben einfach Bock, neue Sachen zu probieren und sind generell für vieles offen.“

Die zwölf neuen Songs nehmen den Hörer in den Arm, wenn es brenzlig wird. Und brennen tut es eigentlich immer. Alles ist dabei: Ernüchterung, Suff, Spaß, Agitation, Vernunft, Randale und Exzess. Für 2018 setzen sie live „Alles auf Rausch“ und werden nach der Veröffentlichung von „Sturm & Dreck“ durch 19 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen.

Im Frühjahr 2018 kommt darüber hinaus unter dem Titel „Wildes Herz“ eine Filmbiografie über Sänger Monchi in die Kinos, die unter der Regie des bekannten Schauspielers Charly Hübner entstanden ist.


Feine Sahne Fischfilet – „Alles auf Rausch“-Tour 2018

01.02.2018 AT-Linz, Posthof
02.02.2018 AT-Wien, Arena
03.02.2018 AT-Graz, PPC
09.02.2018 Leipzig, Haus Auensee
10.02.2018 Hamburg, Inselparkhalle
15.02.2018 Fürth, Stadthalle
16.02.2018 München, Tonhalle
17.02.2018 Wiesbaden, Schlachthof
22.02.2018 Osnabrück, Hydepark
23.02.2018 Heidelberg, Halle02
24.02.2018 CH-Zürich, Dynamo
01.03.2018 Magdeburg, AMO
02.03.2018 Saarbrücken, Garage
03.03.2018 Dortmund, Phönixhalle
08.03.2018 Stuttgart, Im Wizemann
09.03.2018 Köln, Palladium
10.03.2018 Erfurt, Stadtgarten
17.03.2018 Berlin, Columbiahalle
23.03.2018 Rostock, Stadthalle

Tickets: www.feinesahnefischfilet.de

Facebook Comments